Goldfische und diverses Anderes

Das Goldfischforum: Alles über Goldfische, deren Zuchtformen, Haltung und Pflege
Aktuelle Zeit: 3. PMpFr, 14 Dez 2018 21:20:08 +0000 2011. 15.34

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 14 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Bilder vom Wasserfloh, Daphnia
BeitragVerfasst: 3. AMpFr, 12 Okt 2018 11:30:15 +0000 2011. 15.34 
Offline

Registriert: 3. PMpDo, 07 Nov 2013 22:46:48 +0000 2011. 15.34
Beiträge: 490
Wohnort: Nahe Wiesbaden/ Hessen
Hat sich bedankt: 0 mal
Danksagungen: 0 mal
Hallo Coco,

ich beobachte weiter und denke, die Ausscheidungen der Wasserflöhe sind nicht unbedingt geeignet, Hefe optimal zu ernähren, in geringem Maße sicher, ob das ausreicht zum schnellen Kippen des Wassers, bezweifele ich. Ich vermute es ist eher die Temperatur und die damit beschleunigten Stoffwechselvorgänge und die verkürzte Lebensspanne der Wasserflöhe, die die Daphnienkultur gefährdet. Denn auch Spirulinapulver wird von Bakterien im Wasser verstoffwechselt und ist damit nicht „neutral“. Als gesichert kann man wohl festhalten wenig füttern, nicht zu warm ( nicht mehr als 25 Grad) halten.
Darum beschatte ich die Ansätze und ein Ansatz steht so, dass er kein Licht bekommt. Der Ansatz läuft langsamer. Trotzdem sah es gestern so aus, als wäre er gekippt. Da ich aber meinte es gibt minimale Bewegung, habe ich nur etwas Wasser aufgegossen und heute sehe ich, da sind ganz viele kleine Wasserflöhe aktiv. Offensichtlich haben sich nur die großen Daphnien verabschiedet.
Am stabilsten läuft, das ist keine Überraschung, meine größere Wanne. Die wirft ordentlich Daphnien ab und ist mit vielen kleinen und großen Daphnien bevölkert.
Diese Erfahrung ist typisch, größere Systeme puffern Schwankungen besser. Besonders eben Temperaturwechsel, mit denen eine Veränderung des Sauerstoff und des pH- Werts einhergeht.
Wahrscheinlich ist die Daphnienzucht so interessant, weil man sein Fingerspitzengefühl für Vorgänge im Wasser trainiert. Dieses Fingerspitzengefühl ist, da stimme ich dir völlig zu, ein Schlüssel für erfolgreiche Aquaristik.
Als Futter sollten Wasserflöhe nur Zusatzfutter sein. Sie bestehen zu 95% aus Wasser, 2,5 % Protein und 0,2 % Fett und 2,0 % unverdaulichen Resten, Quelle: http://www.kakerlakenparade.de/daphnia.html.
Das reicht für eine vollwertige Ernährung nicht aus, aber ist eine gute Ergänzung für unsere meist überfütterten Fische. Die Ballaststoffe unterstützen die Verdauung und das nützt der Fischgesundheit.

Die Algen und Bakterien in den Gefäßen bilden sich nicht wegen der Hefe. Sie gelangen über die Luft in Wasser, mit Hefe wachsen sie vielleicht schneller.

Meine Kulturen bewässere ich immer nur mit Aquarienwasser aus dem Becken, in das ich die Wasserflöhe füttere, so vermeide ich Verschleppungen von Parasiten.
Das Einschleppen von Krankheiten, Planarien und Hydra durch im Handel gekaufte, im Beutel verpackte Wasserflöhe ist gering. Wenn die Ansätze bei Temperaturen über 20 Grad, mehr als 6 Wochen Fisch frei laufen, dann hat man das Risiko für Krankheiten stark vermindert.
Die meisten Krankheitserreger halten sich am Fisch auf und können auch nur mit ihm leben. Ausnahmen, die von dir beschriebenen Dauereier.

_________________
Viele Grüße
Fancygoldi


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Bilder vom Wasserfloh, Daphnia
BeitragVerfasst: 3. PMpSa, 13 Okt 2018 13:25:51 +0000 2011. 15.34 
Offline

Registriert: 3. PMpMi, 11 Mai 2011 12:42:32 +0000 2011. 15.34
Beiträge: 368
Hat sich bedankt: 0 mal
Danksagungen: 1 mal
Hi Fancy,
kannst du mir sagen, warum du lieber Hefe denn Spirulina als Wasserfloh-Futter verwendest? (Vielleicht hattest du es bereits erwähnt? Dann habe ich es vergessen/überlesen... sorry :verlegen: )
Der "Aufwand" für die Zubereitung des Futters ist ja derselbe. Aber die Alge ist doch meines Erachtens wesentlich näher an der natürlichen Futterquelle der Daphnie, als die Hefe und von daher vorzuziehen.
Im Netz habe ich Berichte gefunden, wo Axolotl-Züchter behaupten, dass das Verfüttern von mit Hefe gefütterten Wasserflöhen zur Aufgasung der Lotl-Larven führen kann. Wenn das tatsächlich stimmt, dann würde ich, selbst wenn Fische hier weniger empfindlich reagieren (insbesondere Goldis, die ja keinen Magen in dem Sinne besitzen), so ein Risiko nicht eingehen wollen, da es ja die Alternative "Spirulina" gibt.

Noch einmal möchte ich auf den Faktor "Helligkeit" in Bezug auf die Kultur eingehen: wenn ich sagte, dass 2 meiner Kulturen in durchsichtigen Wannen leben und sich dennoch gut vermehren, dann meinte ich nat. nicht, dass ich diese Wannen in die direkte Sonne gestellt habe. Nein, sie stehen im Schatten, sind aber dennoch natürlich wesentlich lichtdurchfluteter, als die Kultur in der grünen Regentonne. Vielleicht ist gar nicht einmal die Helligkeit ein Faktor fürs Nichtgelingen bei der Wasserfloh-Kultur (schließlich ernähren sie sich ja natürbemäß viel von Schwebealgen, welche sich nur unter entsprechendem Lichteinfluss entwickeln), sondern die Temperatur, die einfach zu hoch werden kann, wenn die Daphnienkultur der direkten Sonne ausgesetzt würde?
Wie überall, spielen hier wieder so viele Faktoren eine Rolle, warum es beim einen klappt und beim anderen nicht so gut. Ich denke, es gibt ein paar unumstößliche Grundregeln und alles drumherum muss man vielleicht selbst ausprobieren.
Viele Wege führen nach Rom: an dieser Weisheit ist so viel dran.

_________________
Liebe Grüße, Coco


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Bilder vom Wasserfloh, Daphnia
BeitragVerfasst: 3. PMpMo, 22 Okt 2018 18:46:52 +0000 2011. 15.34 
Offline

Registriert: 3. PMpDo, 07 Nov 2013 22:46:48 +0000 2011. 15.34
Beiträge: 490
Wohnort: Nahe Wiesbaden/ Hessen
Hat sich bedankt: 0 mal
Danksagungen: 0 mal
Hallo Goldifreunde,

die Wasserflohzucht läuft munter weiter. Es sieht so aus, als hätte ich nicht nur Daphnia pulex
sondern auch Daphnia magna in meiner Zucht. Das überrascht mich etwas, es waren äußerlich die gleichen Beutel, kein Hinweis in der Deklaration.
Daphnia magna hat ein eher rundes „Gesicht“, Daphnia pulex eher spitz.
Die roten Markierungen auf den Bildern zeigen die Stelle.
Weiter unterscheiden sie sich auch am Postabdomen, an der Kralle, das werde ich mir jetzt unter dem Mikroskop noch genauer ansehen.
Bild
Bild

Hier ein Schema zu den Unterschieden:
https://www.deviantart.com/baburerdem/a ... -323949137

Für die Goldfische, ist der Unterschied wahrscheinlich gering, leider können sie uns nicht verraten,
ob es einen Unterschied im Geschmack gibt.
Das richtet sich bei den Daphnien vielleicht auch nach den Partikeln, die sie filtriert haben.

Coco , meine Daphnien haben Hefe und Spirulina bekommen.
Ich nehmen jetzt ausschließlich Hefe, um die Vergleiche der Ansätze einfacher zu gestalten.
Bei wissenschaftlichen Versuchen wird häufig die schwebende Grünalge Scenedesmus verwendet.
Ob Spirulina gut für die Fische ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Es gibt Fachleute, die ich schätze,
die Spirulina empfehlen, es wird in vielen Fischfuttern verarbeitet.
Professor Heinz Bremer schreibt in seinem Buch Aquarienfische gesund ernähren, Verlag Eugen Ulmer, auf Seite 61:
„ Beimengungen von Spirulina zum Trockenfutter sind gefährlich und sollten unterbleiben.“
Über Spirulina hatten wir auf dem anderen Forum schon eine Diskussion.
Ich bin nicht gegen Spirulina, sondern möchte sachlich darlegen, es ist nicht unumstritten.
https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/ ... erderlich/
Wahrscheinlich ist es, wie bei den meisten Dingen, die Dosis macht das Gift.
Das Bäckerhefe als Daphnienfutter problematisch sein könnte, ist mir nicht bekannt.
Aber es ist ein sehr interessanter Punkt, hast du vielleicht genau Quellenangaben?

Berücksichtigen sollte man, Wasserflöhe sind sensibel, sie filtrieren alle schwebenden Teilchen,
die im Wasser sind. Haben sie etwas giftiges eingesogen sterben sie recht schnell.
Außerdem werden die Partikelchen verdaut, liegen also verändert vor.

Ich finde immer mehr interessante Texte zu den Wasserflöhen und hoffe,
es lässt sich der eine oder andere Leser anstecken. Wer ein Mikroskop hat, macht doch mal ein paar Bilder.
Inzwischen kann man mit Halterungen für Smartphones, die man an jedes Mikroskop klemmen kann sehr schöne Fotos machen.

Ein Tipp für die Wasseflohzucht. Ein eckiges, transparentes Gefäß für die kleinen Krebse gefällt mit inzwischen am besten.
Im Obi- Eimer und im Joghurtbecher lassen sich die Tiere schlechter einfangen. Sie sammeln sich gern in den Ecken
und man kann sie dort leicht abschöpfen.
In den transparenten Gefäßen sehe ich die Daphnien besser, das erleichtert die Beobachtung.

_________________
Viele Grüße
Fancygoldi


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Bilder vom Wasserfloh, Daphnia
BeitragVerfasst: 3. PMpMi, 31 Okt 2018 13:33:18 +0000 2011. 15.34 
Offline

Registriert: 3. PMpDo, 07 Nov 2013 22:46:48 +0000 2011. 15.34
Beiträge: 490
Wohnort: Nahe Wiesbaden/ Hessen
Hat sich bedankt: 0 mal
Danksagungen: 0 mal
Liebe Goldifreunde,

hier Bilder vom Abdomen der Daphnien, genauer der postabdominal Kralle.
Mehrere Wasserflöhe habe ich gefangen und mikroskopiert.
Was mir leider nicht gelungen ist, wieder einen „pulex“ zu erwischen, deshalb hier nur Daphnia magna.
Drei Bilder mit dem Di-Li Mikroskop und einer Mikroskopkamera von Imaginsource und der entsprechenden Software festgehalten.
Das vierte Bild ist mit dem Euromex BioBlue Mikroskop und der USB Kamera von Bresser aufgenommen. Diese Aufnahmen sind leider schlechter, das liegt daran, dass ich keine original Bresser- Software verwenden kann, Windows 8.1 wird von der Software nicht unterstützt.
Bild

Bild

Bild

Bild

Hat jemand von euch ein Bresser- Mikroskop? Die sind für den Anfang ganz ordentlich, man kann recht günstig testen, ob einem Mikroskopieren Freude macht. Ein Haut-/ Kiemenwurm lässt sich damit gut erkennen.
Wäre hilfreich, wenn auch andere Leser Bilder zu dem Thema Mikroskop einstellen.
Vielleicht erinnert sich jemand an den super Thread von Toffy:
viewtopic.php?f=2&t=1203&hilit=mikroskop+Karpfenlaus

Interessant ist, Wasserflöhe haben Parasiten. Diese extreme Beziehung wird im folgenden Artikel sehr bildreich und unterhaltend beschrieben. Es geht, wie immer in der Natur um Leben und Tod. :geschockt:
https://www.spektrum.de/news/leben-und- ... sen/842520
Das Wirt – Parasiten Verhältnis erleben wir häufig mit den Fischen. Früher fand ich es nur frustrierend, inzwischen erscheint es mir mehr als Krimi.

_________________
Viele Grüße
Fancygoldi


Nach oben
  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 14 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie dürfen keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
[ Impressum ]

Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de