Goldfische und diverses Anderes

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BeitragVerfasst: 3. PMpMi, 06 Jun 2012 17:45:39 +0000 2011. 15.34 
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Wie kann ich junge Goldfische aufziehen?

Je nach Wassertemperatur schlüpfen junge Goldfische nach drei bis acht oder zehn Tagen. Die normale Entwicklung im Ei liegt bei rund fünf bis sechs Tagen, sollte ein schneller Schlupf erfolgen spricht man von Dampfzuchten, Schlüpflinge, die meistens nicht viel beizusetzen haben.
Als Laichsubstrat für die Alttiere bieten sich Javamoos oder Laichbürsten, wie sie für Koi angeboten werden, an. Alternativ laichen Goldfische auch gerne in jeglichem feinen Pflanzenmaterial, das sich ihnen bietet.
Möchte man Jungfische heranziehen, ist es sinnvoll, schon Wochen vorher ein Aufzuchtaquarium mit etwa 80cm Kantenlänge mit frischem Wasser und ohne Bodengrund anzusetzen. Das Aquarium wird etwa zu gut einem Drittel gefüllt und sollte mit einer Luftpumpe und Sprudelstein belüftet werden.
In den Luftschlauch zum Sprudelstein sollte man einen kleinen Regelhahn einbauen, so kann man nach Überführen der Goldfischeier die Luftzufuhr und damit die Wasserbewegung regulieren und nach dem Schlupf der Larven reduzieren, damit diese nicht unendlich hin- und hergewirbelt werden.
Nach dem Schlupf heften sich die Larven an allen möglichen Gegenständen für ein paar Tage an, bevorzugt an die Aquarienscheibe. Tage später streben sie immer wieder mit Macht zur Oberfläche und nehmen schließlich Luft auf und füllen so ihre Schwimmblase.
Bereits in der letzten Phase als angeheftete Larve beginnen sie feinste Futterpartikel aufzunehmen, hier biete ich über eine Gaze (Artemiasieb) geriebenes hart gekochtes Eigelb an.
Dazu wird ein kleiner Krümel hart gekochten Eigelbes mit ein wenig kaltem Wasser durch das Artemiasieb gerieben und tropft in ein Glas darunter, dieser wird mit ein wenig kaltem Wasser aufgeschwemmt und ein, zwei Tropfen dieser Flüssigkeit schließlich in das Aufzuchtaquarium in der Nähe des Sprudelsteins mit einer Pipette reingegeben, so verteilt sich diese Suspension recht gut im gesamten Aufzuchtaquarium.
Recht gut kann man nach einiger Zeit, meist einer bis zwei Stunden die gefüllten Bäuchlein der Larven erkennen. Schwimmen die Larven frei, schnappen sie sich aktiv diese feinen Eigelbpartikel.
Gut zwei Tage später biete ich frisch geschlüpfte Artemianauplien an. Sind die Artemia nach rund 24h geschlüpft überführe ich einen Teil des Schlupfwassers inkl. Nauplien in eine Frischhalteschale mit Deckel und lager sie im Kühlschrank. So kühl gehalten hat man für rund 3 Tage immer einen ausreichenden Vorrat frisch geschlüpfter kleiner nicht gehäuteter Nauplien.
Dabei bringe ich alle zwei Tage neue Artemien zum Schlupf um stets hinreichend Futter anbieten zu können.
Goldfische fressen auch nachts, Larven noch viel mehr. Daher sollte man sich angewöhnen die Kleinen zum Abend und auch nachts mit einer Portion zu versorgen. Gut vorbereitet mit einer Futterressource im Kühlschrank lässt sich dieses leicht bewältigen.
Nach gut drei Wochen biete ich den inzwischen herangewachsenen kleinen Goldfischen, sie sind dann rund einen 3/4 cm groß, erstmals klassisches Aufzuchtfutter der bekannten Marken wie Tetra oder Sera an. Auch hier sollte man mit der Futtergabe gezielt und vorsichtig agieren, zuviel könnte wie immer die Wasserqualität im Aufzuchtaquarium gefährden.
Während der gesamten Aufzuchtphase ist Sauberkeit im Aufzuchtaquarium wichtig, so ist die Bodenscheibe regelmäßig mit einem feinen Luftschlauch den man auf ein kleines Luftröhrchen schiebt, wie ein Staubsauger abzusaugen. Dabei sollten Futterreste und verstorbene Larven entfernt werden.
Goldfische können enorme Mengen an Eiern während des Laichvorganges abgeben, man sollte sich mit der Aufzucht nur auf eine kleine Menge Eier / ergo Larven, beschränken. So bringe ich in einer Schlupfschale von rund 240 L maximal 400 Eier zum Schlupf, in einem Aquarium von 80cm Kantenlänge ca. 50 Eier.
Täglich sauge ich den Boden im Aufzuchtaquarium Morgens und Abends ab und halte den Boden sauber. Nach rund vier Wochen lassen sich bei Hochzuchten Jungfische erkennen, die nicht dem Zuchtziel entsprechen, recht leicht lassen sie sich in einem weißen Behälter von oben feststellen. So sind Einfachflosser, Fische mit Fehlbildungen usw. zu entfernen.
Während dieser ersten Lebenswochen ist eine Behandlung gegen sämtliche Kiemen- und Hautsaugwürmer usw. unerlässlich, ideale Präparate bietet die Fa. Sera an (Tremazol).
Vorwüchser sollten nach und nach in ein weiteres Aufzuchtbecken überführt werden, so das sich kleinere und langsam wachsende Jungfische weiterhin gut entwickeln können. Ich setze in ein Aufzuchtaquarium immer eine Apfelschnecke, sie frisst jegliche Futterreste und trägt somit zur Reinhaltung im Aufwuchsbecken bei.
Je nach Qualität der Hochzuchtlinie fallen Jungfische mit Fehlbildungen, Flossenmissbildung usw. auf, die der weiteren Aufzucht entnommen werden sollten. Schlussendlich kann man davon ausgehen das von rund 400 Jungfischen nicht ganz 10% qualitativ in etwa ihren Hochzuchteltern entsprechen, sofern es sich um einen guten Stamm handelt. Die besten Jungfische wachsen meistens eher langsam und sind durch die Entnahme von Vorwüchslern, die man weiter separat aufziehen kann, in der Entwicklung zu fördern.
Das Wasser sollte während der Aufzuchtphase, wie auch im späteren Leben nicht beheizt werden, zwischen 19°C bis 21°C entwickeln sich Goldfische recht ausgewogen und zeigen später weniger Schwimmblasenprobleme und andere Auffälligkeiten, wie man es von den sogenannten Dampfzuchten (zu schneller und warmer Aufzucht) kennt.
Je einfacher eine Linie qualitativ und in der Zuchtform ist, je weniger fallen Jungfische mit mangelhaften, nicht dem Standard der Linie entsprechenden Auffälligkeiten an. Wer also viel Freude bei der Aufzucht mit jungen Goldfischen haben möchte, sollte sich nicht gleich an Ranchu, Teleskop oder Blasenaugen wagen.
Gem. unserer westlichen Moral ist jedes Leben schützenswert, man sollte sich bewusst sein das bei Hochzuchtlinien viele Jungfische in der Entwicklung nicht ihrem Ideal entsprechen. So kann es sein das unter rund 500 Ranchuschlüpflingen nur 2-3 Fischlein dem Ideal entsprechen, die restlichen sind mit Fehlbildungen, Flossen, wo sie nicht hingehören, schiefem Maul, fehl entwickelter Wirbelsäule usw. zwar auch Goldfische, aber eben keine Ranchu.
Kreuzungen zwischen den verschiedenen Hochzuchtlinien wie z.B. Teleskop X Ryukin, Ranchu X Ryukin usw. bieten eine sichere Grundlage für viele Jungfische mit Fehlentwicklungen. Qualitativ handelt es sich hier um die Basis eines neuen Stammes, Basiszuchtarbeit auf neuer genetischer Grundlage und die ist mühsam und mit hohem Ausschuss belegt. Daher sollte man, wenn man Hochzuchten die zumindest in etwa wie ihre Eltern aussehen sollen, lieber nur eine Zuchtform zum Ablaichen bewegen.
Der / die Linienzüchter Inn kann zwar viele Hochzuchtlinien in einem Aquarium / Teich zusammen pflegen. Geht es um die Nachzucht, sollte man nur Fisch einer Linie zusammenführen, idealerweise werden diese dann mit der Hand abgestreift und so die Elternteile durch Auswahl gezielt erwählt. In den Jahren konnte ich feststellen das so wesentlich mehr Jungfische dem Ideal entsprechen.
Wer nur einfach mal ein paar eigene Jungfische heranziehen mag, kann natürlich alles der Natur überlassen, sollte aber später sehr tolerant sein und nicht allzu hohe Ansprüche an die Optik des Nachwuchses haben.
Es ist mühsam überhaupt Hochzuchtfische die qualitativ den idealen der Linie entsprechen unter den Voraussetzungen eines / r Hobbygoldfischfreundes Inn heranzuziehen. Viel Wasser, Platz und Arbeitseinsatz sind die Basis eines gewissen Erfolges.
Ich habe mich inzwischen, damit abgefunden das Ich nie die Qualität der Topfische in Asien erreichen werde, es fehlen einfach gefühlte 10 Teiche a 6000 L Wasser, um einer Zuchtlinie gerecht zu werden.
Von daher bin ich glücklich, wenn mal ein Jungfisch fast fehlerfrei ist und später mit seinen Eltern im Goldfischpool seine runden schwimmt, Algen schmatzt und einfach gesund heranwächst.

Bericht von Max


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